InstaCrush #sisterhood or Your Body, Your Rules!

InstaCrush #sisterhood

@girlfriendsgallery

(3.635 Follower) An online gallery promoting intersectionality and body positivity through art ✨ Submit: Girlfriendsgallery@gmail.com

Website: https://girlfriendsgallery.squarespace.com

Die Künstlerin Ashley Armitage vereint auf ihrer Website und ihrem Instagram Künstlerinnen, die sich mit weiblicher Körperlichkeit auseinandersetzen. Das finden wir großartig! Und nehmen es zum Anlass unsere Sisterhood-Kolumnistin Eileen Kaster zu Wort kommen zu lassen und plädieren für mehr Liebe zu uns selbst!

 Alle Bilder via girlfriendsgallery

Alle Bilder via girlfriendsgallery

Your Body, Your Rules!

Text Eileen Kaster

Was 2015 als unheimlich starker Trend begann, setzt sich in 2016 nahtlos fort. Der feministische Aufschrei in den sozialen Netzwerken wird immer lauter. Besonders Instagram ist ganz vorne mit dabei, wenn es um die Visualisierung von Emanzipation und im Besonderen Body Positivity geht. Ganze Feeds widmen sich ausschließlich dem weiblichen Körper und ihrer Schönheit in jeglicher Form - und das ist wunderbar! Nackte Haut, real, mit Narben und Haaren, mit Cellulite und Dehnungsstreifen. Nackte Haut, so wunderschön, wie sie nur sein kann.

Und dabei geht es nicht um das Bevorzugen von Weiblichkeit, es geht um die Gleichstellung von allen Geschlechtern. Warum muss ein Frauennippel zensiert werden und der des Mannes nicht? Umdenken ist angesagt - weder die Frau noch ein anderes, tolles Wesen, das auf dieser Erde wandelt, sollte sexualisiert oder objektiviert werden.

Natürlich ist es immer leicht daher gesagt, sich auf einmal mit all seinen Eigenarten zu lieben und nicht darauf zu achten, was die von Stereotypen gesteuerter Gesellschaft uns jahrelang eingeredet hat. Aber dass wir anfangen, offen darüber zu sprechen, unsere Sorgen zu teilen, wir sehen, dass andere (Frauen) ihre Körper lieben wie sie sind, bestärkt mich jeden Tag in diesem Gedanken. Ich möchte mich durch starke und tolle Frauen inspirieren lassen. Ich möchte selbst eines Tages sagen können, dass ich mich und alle um mich herum zu hundert Prozent so akzeptiere wie wir sind. Aber das geht eben nicht von heute auf morgen, sondern ist ein langfristiger Prozess.

Zum Beispiel traue ich mich immer noch nicht, unter jeder Art von Oberteil den BH einfach wegzulassen, obwohl ich gerne öfter auf ihn verzichten würde (und ja, das liegt vor allem an den potentiellen Blicken, die ich dadurch ernten könnte). Und manchmal schaue ich mich im Spiegel an und ärgere mich über die zwei (für mich viel zu sichtbaren) Dellen, die ich auf jedem Oberschenkel habe.

Aber dieser Prozess bewegt mich dazu, meine Umwelt und Mitmenschen sowie mich selbst Stück für Stück aus einer Perspektive zu betrachten, in der jedes Individuum auf seine eigene Weise wunderschön ist. Jede Mal, wenn mir wieder vor Augen geführt wird, dass dieses Umdenken nicht schnell genug geht, versuche ich mich daran zu erinnern, dass jeder Schritt in die richtige Richtung - und sei er noch so klein - ein wichtiger Teil dieser Entwicklung ist.

Eine junge Frau, die mir oft dabei hilft, diesen Gedanken wachsen zu lassen, ist die Fotografin Ashley Armitage aus Seattle. Unter dem Namen ladyist postet sie auf Instagram regelmäßig Fotos zum Thema Body Positivity. Sie hat vor Kurzem ebenfalls die Girlfriends-Gallery gelaunched. Dort agiert sie als Kuratorin und veröffentlicht Werke anderer Künstlerinnen, die sich diesem Thema widmen. Sie will mit ihrer Arbeit ein reales Bild der Frau aufzeigen. Ob Behaarung, Dehnungsstreifen oder Narben - es geht um die Schönheit der Realität. Sie zeigt Nahaufnahmen, die auf den ersten Blick ungewohnt sind. Doch sie rütteln uns wach und zeigen Perspektiven jenseits der gesellschaftlichen Schönheitsideale. Sie will das Frauenbild, das geschichtlich betrachtet immer durch die Hand des Mannes definiert wurde, aus Sicht einer Frau wiedergeben. Frauen wurden gemalt - sie waren keine Malerinnen. Und genau deswegen will sie den Spieß jetzt herum drehen!

Nicht jede Frau, die regelmäßig Bilder von ihrem Körper postet, ist genau genommen eine aktive Feministin. Aber letztendlich geht es doch darum, sich in seinem eigenen Körper wohl zu fühlen. Du willst dich rasieren? Dann tu es. Du liebst deine Körperbehaarung an jeder Stelle deines Körpers? Dann lass sie auf jeden Fall dort, wo sie ist! Wir dürfen dabei einfach nicht vergessen, dass eine Frau, die sich unrasiert nicht wohl fühlt, nicht automatisch eine schwächere Feministin ist. Es ist nicht nur ein Entwicklungsprozess für unsere Gesellschaft, sondern eben auch für jedes einzelne Individuum unter uns. Der erste Schritt ist es doch, sich gegenseitig zu unterstützen, sich selbst sowie seine Mitmenschen zu akzeptieren und zu lieben.

We’re all beautiful!