Zu Besuch bei Bloomage Daydream

Berlin Neukölln

Wir haben Caroline in ihrer Küche in Berlin Neukölln besucht, in der sie ihre wunderschönen Blumenbouquets kreiert und in ganz Berlin mit dem Fahrrad ausfährt. Ja, egal bei welchem Wetter. Wie es dazu gekommen ist, worauf sie Wert legt und was der Blumentrend der Zukunft wird, verrät sie uns im Interview.

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Would you please introduce yourself, Caroline? 

C: I’m 30 years old and I’m a bike-loving flower and plant obsessive! I grew up in the countryside and I was always surrounded by plants, flowers and trees (+ dogs and cats!) so I began to learn about botany at a very early age. Both my parents are keen gardeners and we were basically self-sufficient when I was growing up (grew all of our own fruit and veg) so I’ve always had green fingers. J

Where do you come from and what brought you to Berlin?

I’m originally from Wales, but have spent the last 10 years studying, living and working in various cities including London and Buenos Aires. I landed in Berlin in early 2013 and now I can’t ever imagine leaving! 

I was lured here by a marketing job at one of the big start-ups, but I’ve always had a passion for plants and flowers and a huge desire to launch my own botany-based business, so I’m grateful that Berlin has afforded me that opportunity.

And why Neukölln?

I had no idea where to live when I arrived in Berlin, but back in 2013 it seemed like everyone I met lived in Neukölln, so I found a flat here, and it suits me very well – as a lover of green spaces, living being between Templehofer Feld and Volkspark Hasenheide seems like the best place for me!

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Do you like the people in Berlin?

Yes! I especially love meeting people when I make my deliveries – although I suppose people are generally at their best when they are receiving beautiful flowers…

Please tell us more about your business!

I had the business idea a few years ago, but at the time I was in a good job at a growing company and it didn’t seem like the right time to ‘take a risk’. But I found myself in a very different situation at the beginning of 2015 and so, with a lot of encouragement from my boyfriend, Alonso, I finally struck out on my own and eventually launched the website in the Autumn. So far I’ve done everything alone – building the website (with a lot of help from Alonso), sourcing the flowers, curating and delivering the bouquets, answering customer queries as well and marketing, and it’s hard, often physically challenging work but I love every aspect of it!

Where does the love for the flowers come from?

From growing up surrounded by plants and flowers. As a child I had my own little garden patch within out large garden, and every year I used to grow a vast assortment of beautiful flowers, as well as competing with my sisters to see who could grow the tallest sunflowers! I love the different smells, colours, forms and textures of flowers, and, even though I’m surrounded by them everyday, I’m continually awestruck by their beauty. Each bloom is like a little work of art and I find it hard to believe they are natural.

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When do you wake up when you go to the wholesale market? 

Every Tuesday I get up at 4:30 to cycle across the city to get to the flower market at 5:30 – and by the time I get there it’s already bustling and full of energy, noise and colour. It’s easy to forget it’s dark outside!

What is your favourite flower?

I’m obsessed with the colours and textures of anenomes, which are in season throughout the winter – they are so vivid and their delicate petals have a velvet feel – simply beautiful. I also love big, frilly pink peonies and find it fascinating to watch them unfurl like bright pink tulle before gradually fading to almost white.

What do you think will be the next flowers trend?

I hope people will start to think more about where their flowers come from, and consider buying German, or at least European-grown flowers wherever possible. When it comes to food we’re well versed about air miles and the benefits of buying local produce, but people seem to forget that many flowers are also flown half way around the world just so we can have exotic varieties year-round – flowers are supposed to be seasonal!

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Hier findet ihr mehr über Bloomage Daydream: Website / Instagram / Facebook

InstaCrush #ghana

Sonntag ist Inspirationtag, damit ihr was zu gucken habt auf dem Sofa! Wir nehmen euch mit in das schöne, inspirierende Afrika, genauer gesagt nach Ghana. Denn wir haben keine Lust mehr auf den ewig monochromen Purismus, schon gar nicht bei diesem Wetter draußen. Farbe, Freshness und good Vibes müssen her. Uns beeindruckt die Art zu posen und das Spiel mit den Farben der Jungs aus Westafrika. 

InstaCrush

Crush No. 1  lets.make.a.difference  (2.810) & YEEZYSMALLS (1,196)

Patrick Paka und Nan Akwesi aus Takoradi (wir haben erstmal auf der Karte gesucht) sind ein Creative Duo, die ganz genau wissen, wie man lässig aussieht, ohne dabei zu protzen. Alles wirkt so leicht und frisch. Ob mint, rot oder türkis alles geht bei den Jungs. Schöner könnten Nike und Adidas Klassiker gar nicht inszeniert werden. Oh ja wir sind begeistert. 

InstaCrash

Und auch unser zweiter Crash kommt aus Ghana und ja es lassen sich Ähnlichkeiten erkennen, da haben wir wohl den real GhanaStyle gefunden. 

InstaCrush

Crush No.2  yostylistt (98,2K)

Ohenenana Kissi bleibt meist anonym. Hand im Gesicht ist sein Ding, wir erinnern uns an Winston den Nachbarn von ´Hör mal wer da hämmert´und müssen schmunzeln. Auch bei Ohenenana, so heißt der junge Mann finden sich die Großen des Sportswears Nike und Adidas fast schon ikonisch in Szene gesetzt. Wir sind richtige Fans Mister Kissi. 

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Doménico C. V. Talarico

 Selbstportrait von Doménico C.V. Talarico

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Doménico, wo sind deine Wurzeln und woher kommt dein unglaublicher Name?


Welcher meiner Namen? Ich habe insgesamt drei und einen Nachnamen. Das macht vier Wörter auf meinem Personalausweis und zweieinhalb auf allen anderen, weil das sonst viel zu lang ist. Darum kürze ich meinen Namen auch ab. Das C. V. in meinem Namen steht für Carmine Venturo. Geboren und aufgewachsen bin ich in der hessischen Kleinstadt Gießen, in unmittelbarer Nähe zu Frankfurt am Main. Mein Vater ist ursprünglich aus Italien und meine Mutter ist Deutsche.


War schon immer klar, dass du gerne malst und Maler werden möchtest?


Ich war schon immer für das Malen und Kritzeln zu begeistern. Als Kind konnte man mir mit Stiften die größte Freude machen - Man konnte jeden Einkauf problemlos überstehen, wenn man mir nur das Farbstiftregal zeigte. Und in der Schule zog ich die großformatige Malerei Französisch vor. Ganz klar Maler zu werden war ich mir damals noch nicht. Auch nicht während meines Kunstabiturs. Auch heute bin ich mir da gar nicht so sicher, denn ich sehe mich vielmehr als Künstler im weiten Sinne als schlicht Maler zu sein. Ich fertige schließlich auch Illustrationen und Collagen an. Dazu kommt das ganze Drumherum wie Organisationen und Weintrinken dazu, was zum Künstlerdasein gehört, was ich ebenfalls als einen künstlerischen Akt bezeichnen würde.

War Acryl schon immer dein Medium? Und wann bist du am produktivsten?


Ich fing mit Tusche-Illustrationen an. Am Anfang verzichtete ich gänzlich auf Farbe und ließ alle meine Arbeiten in Schwarz Weiß. Dann kam Aquarellfarbe hinzu. Mit dem Pinsel konnte ich aus meiner sonst so akkuraten und präzisen Arbeitsweise ein Wenig ausbrechen, konnte freier, grober und abstrakter arbeiten. Ich empfand Gefallen daran schließlich meine Arbeitsweisen zu kombinieren und die Acrylmalerei war dann der nächste Schritt. Ich bin jemand, der sehr ungeduldig sein kann und so entschied ich mich für die Acrylfarbe. Manchmal vermisse ich die Vermalbarkeit der Ölfarbe, wenn es um Übergänge geht, allerdings berühre ich ständig meine Leinwände beim Malen und auch beim Herumräumen (Ich male fast immer an mehreren Bildern gleichzeitig) - Ich würde ALLES wieder abwischen, würde ich mit Ölfarbe hantieren... (haha) Ich male am Liebsten in der Nacht. Dazu höre ich in aller Ruhe Musik, trinke Tee und habe gefühlt alle Zeit der Welt für meine Bilder. Wenn ich viel zu tun habe, arbeite ich auch tagsüber an den Bildern.
 

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opportunity

Hast du auch mal keine Lust den Pinsel in die Hand zu nehmen? Und was machst du dann?


Klar. Ich nehme mir zwar vor jeden Tag zu malen, das klappt in der Realität nicht so gut. Wenn ich keine Lust habe, dann kommt auch kein Pinselstrich zu Stande. Ich backe sehr gerne Kuchen oder erkunde bei Spaziergängen die Stadt. Ich treffe mich auch gerne mit Freunden und trinke süßen Alkohol.


Wer sind deine Helden? 


Menschen, die den Status Quo hinterfragen und sich von der Gesellschaft in ihrem Denken und auch Handeln nicht einschränken lassen (wollen). Menschen, die frei von religiösen Zwängen leben und dadurch selbst ihr Moralempfinden schulen. Und Leute, die besser Kuchen backen können als ich.


Deine Bilder haben fast immer alte Fotos als Grundlage, wo suchst du nach ihnen und was ist ausschlaggebend dafür, dass du sie auch wirklich malst? Der Blick? Die Haltung? 


Mich faszinieren die Menschen, die sich hinter den Bildern befinden. Die Fotos, die ich verwende, sind alle schon älter. Daher wird wohl kaum noch jemand von ihnen am Leben sein. Ich stelle die Vergangenheit Unbekannter Menschen in einen neuen Kontext, in eine fiktive Welt, in der sie praktisch wiederaufleben können. Dafür durchwühle ich unzählige Kisten bei Trödlern und auf Flohmärkten, suche auch im Internet, wenn ich eine bestimme Vorstellung habe. In der Regel kaufe ich die Bilder, die eine besondere Ausstrahlung auf mich ausüben. Das kann bei älteren Karten ein klarer Blick sein. Das kann aber auch die Szenerie als Solche sein, die ich ansprechend finde. Ich habe eine Sammelsurium-Board, an der ich Fotografien und Schnickschnack pinne. Dort warten sie dann, bis ich mir was ausgedacht habe. Manchmal begegnen mir die Leute auch im Schlaf oder ich wache mit einer Idee zu einem besonderen Bild auf. Manchmal muss ich dann dafür extra ein passendes Bild suchen - Dass ich das Gemälde dann tatsächlich schon anfange ist nicht gesagt. Vielleicht hängt es dann an meiner Wand und sieht mir beim Malen zu. Sowas lässt mich jedoch nur schwer los...


Du bist ja mittlerweile ein richtiger Experte um Epochen auf Bildern festzustellen, welche Dekade magst du Stil mäßig am liebsten am liebsten?


Zurzeit finde ich die Dekade der 30er + - sehr spannend. Die Menschen begannen sich Kleinformatkameras zu leisten und fotografierten sich und ihre Lieben im Alltag und bei Ausflügen. Plötzlich keinen Fotografen mehr zu benötigen und so Erinnerungen ohne Hilfe festzuhalten war etwas vollkommen Neues für viele. Einige Bildausschnitte wirken auf den ersten Blick unstimmig: es sind Dinge abgeschnitten und andere zu sehen – Wir würden das heute alles ganz anders machen. Es ist der unschuldige Blick und die Unvoreingenommenheit beim Fotografieren aus dieser Zeit, die aus den Schnappschüssen kleine Kunstwerke machen. Kabinettaufnahmen zwischen 1890 bis 1920 finden auch ihren Weg in mein Sammelsurium.

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Martini oder Champagner?
Martini Bianco


Lieblingsfilm?
#1 - 8 1/2 #2 - Shortbus #3 - Kikis kleiner Lieferservice
 

Berge oder Meer?
Berge. Ich mag kein Salzwasser und keinen Sand. Und wenn es zu warm ist auch keinen Sonnenschein...


Dandy oder Hipster?
Die Frage ist sehr leicht zu beantworten und benötigt doch etwas mehr Text. Denn Mehr ist Mehr: Dandy. Ästhetisches Empfinden mit höchsten Ansprüchen gewinnt immer gegen die 90er Jahre und Prisma-WölfeFuchsEulenKatzenBären-Tattoos „wink“-Emoticon Ich werfe aber einen dritten Begriff in den Raum: Die Crazy Cat Lady - Die zieht sich immer gemütlich an und hat Ästhetik rund um die Uhr um sich! Zwischen Dandy und der Cat Lady kann ich mich nicht entscheiden. Ich sehe mich irgendwo dazwischen... „colonthree“-Emoticon


Frühstück oder Dinner?
Dein Dinner ist mein Frühstück! (lacht)


Apropos du liebst ja Pizza, wo gibt es die beste in der Stadt?
Wenn mein Vater in der Stadt ist, dann ist seine Pizza definitiv die Beste! Jeden Samstag seit gefühlten 150 Jahren backt er seine nach Hausrezept. Einen Ausweichitaliener habe ich in Berlin noch nicht gefunden, ich habe das Gefühl, ich esse mich durch alle Pizzerien der Stadt und werde nur selten enttäuscht - Ich kann aber besonders die versteckten Trattorien in Wedding empfehlen.

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    Mehr von Domenico findet ihr hier: Facebook - Website 

    Außerdem gibt es ab diesen Freitag in der Gallery Nomad (Sprengelstraße 23) eine Einzelausstellung von Doménico mit all seinen aktuellen Werken. Also hin da! 

    Ausstellungsflyer

    Zu Besuch bei LEAF

    Wir lieben Girlspower und Macherinnen, mit einer waren wir unterwegs und haben uns die wichtigsten Stationen in ihrem Alltag angeschaut. Lea Fauth, die Gründerin des Labels LEAF hat uns mitgenommen in ihr Atelier, in den Zuschnitt, ihr Loft und ihren Lieblings Eisladen.  

    Lea, kannst du dich einmal kurz vorstellen? 

    Klar, mein Name ist Lea Fauth, ich bin Designerin und mir gehört das Label LEAF aus Berlin. 

    Wie bist du in Berlin gelandet woher kommst du ursprünglich? 

    Ich bin 2000 direkt nach meinem Abi nach Berlin gezogen, die Stadt hat mich schon immer angezogen und daran hat sich bis heute nichts geändert :) 

    Ursprünglich bin ich aus Bamberg, ich bin also gebürtig aus Oberfranken. 

    Was wolltest du werden, als du klein warst?

    Ganz unterschiedlich, erst wollte ich Tierärztin werden, später dann auch mal Pilotin, aber keine von diesen Träumereien hat sich so lange gehalten wie meine Liebe zum Design. Bei Mode schlägt mein Herz einfach immer noch am schnellsten.

    Wer sind deine Helden? 

    Helden… schwierig…. da muss ich zu allererst an Comic Figuren denken und da bin ich ein großer Fan von Batman. 

    Aber das war wohl nicht das, was du wissen wolltest. Es gibt Designer, die ich toll finde, deren Arbeit mich fasziniert und inspiriert. Alexander McQueen zum Beispiel war meiner Meinung nach ein wundervoller 'Modeschöpfer'. Was er geschaffen hat, ist mehr als faszinierend.

    Ich bewundere aber auch Karl Lagerfeld, das Pensum, was dieser Mann rockt, mit dieser einzigartigen, hohen Qualität, diesem hohen Anspruch an Design – und dazu noch diese perfekte Inszenierung seiner Person, unglaublich. 

    Ich liebe auch Marc Jakobs, einige seiner Kollektionen waren für mich so wunderschön, so perfekt, so harmonisch, diese Kollektionen haben mein Herz zum Leuchten gebracht. 

    Was sind deine Lieblingsorte in Berlin? 

    Am liebsten treibe ich mich natürlich in dem Bezirk rum, in dem ich gerade wohne, das ist aktuell Kreuzberg! Ich gehe gerne auf den Türkenmarkt am Maybachufer, mein Hund Bruce geht da in der Gegend wahnsinnig gerne Gassi. Und ich liebe das Eis und die Herzchen-Waffeln bei Fräulein Frost in der Friedelstraße. Aber Berlin hat so viel mehr zu bieten. Im Sommer ist es hier natürlich immer am schönsten, dann ist alles grün, alle sind draußen und die Stimmung in der Stadt ist so entspannt –  ich liebe das einfach.

     

     Wie kam es dazu das du dein eigenes Label LEAF gegründet hast? 

    Der Wunsch selbständig zu sein ist langsam gewachsen. Nach dem Studium in Berlin bin ich direkt in die Industrie gegangen, ich wollte sofort sehen wie es bei den Großen „Vertikalen“  läuft, Stückzahlen bis zu 70. 000 von einer einzigen Hose! Ich wollte Produkte designen, die von sehr vielen Menschen gesehen, gekauft und getragen werden. Ich wollte die Produktionsstätten in Asien sehen, die Abläufe verstehen… Es war wie eine große Spielwiese, ich konnte alles entdecken, alles kennenlernen. In sechs Jahren habe ich für fünf unterschiedliche Marken gearbeitet, in vier unterschiedlichen Städten gewohnt und zwei Jahre davon sogar in Paris. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die Städte waren toll, die Leute faszinieren – aber ich habe Berlin immer vermisst. 

    Eines Tages war es dann soweit und ich habe den Schritt gewagt, ich habe den Job in Paris gekündigt und mir meinen Traum erfüllt – Selbständig sein in Berlin!  

    Ich wollte endlich mein eigenes Produkt entwickeln, mit all den Erfahrungen, die ich im kommerziellen Bereich gesammelt habe, kombiniert mit all den Design-Ideen, die ständig in meinem Kopf rumspuken. 

    Naja, und dann gab es da noch einen anderen Traum, den ich schon seit dem Studium hatte: einen Hund! Diesen Traum habe ich mir auch erfüllt. Seitdem sind wir ein unzertrennliches Team, er schläft, ich arbeite :) Er ist für mich auch eine Art „Absicherung“ , dass ich nicht rückfällig werde, also nicht wieder einen Job annehme. Denn ich kenne kein Unternehmen, bei dem man seinen Hund mitnehmen darf. Und wir sind ja jetzt ein Team, also entweder wir beide oder keiner.

    Wie sah dein Joballtag vorher aus, gibt es etwas was du vermisst?

    Mein Joballtag war sehr stressig. 12 Stunden am Tag zu arbeiten war keine Seltenheit. Wir haben 12 Kollektion pro Jahr gemacht, plus Fast-Track Kollektionen. Ich hatte zum Teil drei bis vier Kollektionen parallel laufen, die sich in verschiedenen Stadien befanden. Von Trendresearch in verschiedenen Städten wie London, Paris, Berlin, Barcelona, Hongkong bis hin zur Produktion in China begleitet der Designer seine Produktgruppe quasi hautnah.

    Alle zwei Monat bin ich bis zu zehn Tage nach China geflogen, um die neue Styles zu entwickeln, die Produktion zu unterstützen, neue Produzenten kennenzulernen und auf den Märkten nach neuen Trends Ausschau zu halten. So nah mit den Lieferanten zusammen arbeiten zu dürfen ist ein Privileg, das sehr selten ist und das ich sehr genossen habe. So viel Wissen, so viel Potential, das  erst vor Ort durch den Kontakt mit den Lieferanten entsteht – so etwas kann man nicht von seinem Schreibtisch aus erschließen. Diese Nähe zu den Lieferanten suche ich auch hier in Berlin sehr stark, ich arbeite sehr nah mit einer Zwischenmeisterin zusammen, ihr Rat bedeutet mir sehr viel. Ob ich etwas vermisse? Manchmal vielleicht das Reisen nach China :) In kurzer Zeit derart effektiv arbeiten zu können war super!

    War es schwer einen Namen für LEAF zu finden? 

    Ja klar! Ich habe sehr lange überlegt, es gab unendlich viele Ideen! Zu Beginn wollte ich eigentlich nicht meinen eigenen Namen nehmen, um einen gesunden Abstand zum Label zu bewahren, außerdem wollte ich das Label nicht zu eng mit einer Person verknüpfen. Aber schlussendlich habe ich es dann doch getan und mein Label LEAF genannt. Dieser Name verbindet das Label mit mir, aber nur auf den zweiten Blick. Und wenn man nicht weiß, wer hinter dem Label steht, dann heißt es eben einfach nur LEAF. 

    Was hat sich seit deiner ersten Kollektion verändert? 

    Jede Kollektion ist anders, jede Kollektion ist neu –  aber die Idee dahinter ist immer noch die gleiche: Ich möchte Kleidungsstücke designen, mit denen die Kundin unterschiedliche Looks kreieren kann. Verbessert hat sich seit der ersten Kollektion der Fokus auf das einzelne Teil. Ich achte stärker darauf, dass die Styles nicht zu kompliziert werden, aber auch nicht zu langweilig sind. Diese Waage zu halten ist nicht gerade einfach für mich, denn ich liebe es kompliziert. Jede Kollektion ist eine Herausforderung, auf die ich mich wahnsinnig freue und der Design-Prozess ist für mich auch immer noch das Schönste an der ganzen Sache.

    Du Produzierst in Berlin. Mit wem arbeitest du zusammen? 

    In Berlin arbeite ich zum Beispiel mit der Zwischenmeisterei 110%ig zusammen, sie nähen meine Musterkollektionen für Messen und Showrooms und übernehmen auch die Produktion. Sie sitzen in Kreuzberg und falls es mal ein Problem oder eine Frage gibt, bin ich in 15 min. vor Ort – diese kurzen Wege sind Gold wert. 

    Die Stoffe für meine Kollektionen beziehe ich von einer Stoffagentur aus Berlin, die Stoffe aus ganz Europa anbieten. Die Schnitte werden zum Teil von mir selbst oder auch von „Die Schnittmacher“ entwickelt. Berlin bietet all diese Möglichkeiten, sie sind für jeden zugänglich –  ich finde es fantastisch hier zu arbeiten! 

    Was ist dein Ziel für die nächsten 3 Jahre? 

    Wachstum, Wachstum, Wachstum….. 

    zu Besuch bei Eva

    Heute gibt es ein Girlspower-Interview mit Eva Wimmer, die ihr eigenes kleines Label Madeva gegründet hat und somit jeden Tag mit ihrem Lieblingsmaterial Holz arbeiten kann. Außerdem haben wir uns nach einem guten Kaffee, etwas in ihrer schönen Wohnung, nahe Maybachufer, umgeschaut und Einblicke mit gebracht. 

    Madeva auf herzundblut
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    Wo kommst du eigentlich her, wo sind deine Wurzeln?

    Wo komme ich eigentlich her? Ja, das frage ich mich auch manchmal. Geboren bin ich in Bayern, in der Nähe von München, aber aufgewachsen bin ich unweit von der Nordsee, in einer Kleinstadt namens Cloppenburg. Da ein großer Teil der Familie in Niederbayern lebt, an der Grenze zu Österreich, bin ich in meiner Kindheit in den Ferien immer dort gewesen und habe viel von diesem bayerischen Lebensgefühl aufgesaugt. Aber genauso schlägt auch mein Herz für die Küste - ich mag den nordischen Akzent und den Humor. Es schlagen also zwei Herzen in meiner Brust.

    Warum hast du dir dann ausgerechnet Berlin ausgesucht?

    Ich habe in Marburg studiert, was schon fast einem Dorf ähnelt und bin danach für ein gutes Jahr nach Barcelona gegangen. Einmal Großstadtluft geschnuppert, war mir klar, dass ich in Deutschland auch wieder in einer großen Stadt leben möchte. Hamburg und München waren mir zu teuer, Köln hat mir nie so richtig gefallen und da fiel die Wahl auf Berlin. Ich bin dann mal für eine Woche nach Berlin gefahren, um zu schauen, wie es sich so anfühlt und da ich mich sofort wohlgefühlt habe, fiel die Entscheidung dann ganz schnell und einfach.

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    Wer sind deine Helden?

    Alle Frauen, die ihr Ding durchziehen und sich von nichts und niemandem beirren lassen und an sich, ihre Ideen und ihre Unabhängigkeit glauben. Finde ich bei Männern natürlich auch gut. Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter– ganz klar. Ich war schon als Kind von den starken Mädels begeistert und hab mir fest vorgenommen auch so zu werden. Ich bewundere alle Menschen, die trotz Erfolg auf dem Boden bleiben, ehrlich sind, sich selbst und dem Umfeld treu bleiben.

    Woher kommt deine große Leidenschaft für Holz?

    Da gibt es meinerseits unterschiedliche Theorien. Erstens: ich war als Kind süchtig nach Pumuckl. Ich habe die Werkstatt von Meister Eder geliebt und wollte auch unbedingt immer in so einer Tischlerei arbeiten. Das wirkte immer alles so wunderbar gemütlich. Zweitens: ich fühle mich am wohlsten, wenn ich in der Natur bin. Ich liebe es im Wald zu spazieren und ich liebe den Duft. Der Geruch von Holz hat eine wahnsinnig beruhigende Wirkung auf mich. Wenn man in eine Tischlerei geht, dann kommt einem auch gleich dieser Geruch entgegen. Außerdem find ich, dass das Material Wärme ausstrahlt. Auch im Wohnraum sorgen Holzmöbel für Gemütlichkeit und Wärme. Mir gefallen auch kühle Materialien wie Glas oder Stahl, aber dann immer wohl dosiert. Holz geht immer.

    Hast du deinen Traumberuf gefunden?

    Ja.

    Was sind deine drei Tipps für deinen Kiez? Mich in meinem Kiez auf drei Tipps zu beschränken, ist gar nicht so einfach. Aus dem Bauch heraus sind es Treptower Park, Landwehrkanal und die Spätikultur. Der Park bietet Raum zum Entspannen, umgeben von Wald oder der Spree. Es gibt unzählige romantische Flecken zum Picknicken und im Moment gibt es ganz viel Holunder zum Holundersirup kochen. Schlauchboot ausgepackt und ab auf den Kanal. Oder Bierchen am Kanalrand, oder joggen, Tischtennis oder Boule. Mitten in der Stadt umgeben von Wasser und Wald zu wohnen ist der Hammer. Im Kiez gibt es so viele Spätis. Inzwischen sind fast alle mit einer Biertischgarnitur versehen. Abends vorm Lieblingsspäti mit Freunden treffen und sich günstig im Freien zu vergnügen ist im Sommer die beste Alternative zu vollen, heißen, verrauchten Bars.

    Was machst du in fünf Jahren? Ich bin in meinem Atelier in meinem Garten vor meinem kleinen Haus auf dem Land – unweit von einer Großstadt entfernt. Mein Label madeva läuft, die Fashionszene ist auf Holz und Handarbeit gekommen und somit sind madeva Schmuckstücke oder Accessoires auch aus dieser nicht mehr wegzudenken. Ich arbeite nicht mehr alleine und kann Sachen abgeben, kann mir eine/n Fotografen/in für meine Produkte leisten, habe jemanden für die Website, einen echten Onlineshop und konzentriere mich voll auf den handwerklichen Teil von madeva. Außerdem bin ich Mutter, glücklich darüber einen Job zu haben, der sich wunderbar mit Muttersein vereinbaren lässt und freue mich über Vogelgezwitscher und Holzstaub.

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    Was sind deine drei Tipps für deinen Kiez?

    Mich in meinem Kiez auf drei Tipps zu beschränken, ist gar nicht so einfach. Aus dem Bauch heraus sind es Treptower Park, Landwehrkanal und die Spätikultur. Der Park bietet Raum zum Entspannen, umgeben von Wald oder der Spree. Es gibt unzählige romantische Flecken zum Picknicken und im Moment gibt es ganz viel Holunder zum Holundersirup kochen. Schlauchboot ausgepackt und ab auf den Kanal. Oder Bierchen am Kanalrand, oder joggen, Tischtennis oder Boule. Mitten in der Stadt umgeben von Wasser und Wald zu wohnen ist der Hammer. Im Kiez gibt es so viele Spätis. Inzwischen sind fast alle mit einer Biertischgarnitur versehen. Abends vorm Lieblingsspäti mit Freunden treffen und sich günstig im Freien zu vergnügen ist im Sommer die beste Alternative zu vollen, heißen, verrauchten Bars.

    Was machst du in fünf Jahren?

    Ich bin in meinem Atelier in meinem Garten vor meinem kleinen Haus auf dem Land – unweit von einer Großstadt entfernt. Mein Label madeva läuft, die Fashionszene ist auf Holz und Handarbeit gekommen und somit sind madeva Schmuckstücke oder Accessoires auch aus dieser nicht mehr wegzudenken. Ich arbeite nicht mehr alleine und kann Sachen abgeben, kann mir eine/n Fotografen/in für meine Produkte leisten, habe jemanden für die Website, einen echten Onlineshop und konzentriere mich voll auf den handwerklichen Teil von madeva. Außerdem bin ich Mutter, glücklich darüber einen Job zu haben, der sich wunderbar mit Muttersein vereinbaren lässt und freue mich über Vogelgezwitscher und Holzstaub.